Sonntag, 13. Januar 2013

Tag 75 - Anden --> Pacific

Erst mal zu gestern Abend. Night life und so. Also: So stelle ich mir Pjöngjang vor. Nordkorea. Bei Nacht. Santiago kannste voll vergessen in dieser Hinsicht. Da ist nix. Wie haben wir doch Buenos Aires bitter Unrecht getan, dass wir da weg wollten. Die vielen schönen Kneipen...

Also heute Morgen erst mal Auto besorgen und weg. Wir sind in die Anden gefahren, Valle Nevado, das ist ein Skigebiet nahe Santiago. Eine herrliche Serpentienenstraße bis auf 3000 m hoch. Von da sieht man die Gletscher, nochmal gut 1000 m höher. Ahhh, endlich wieder Berge. Im Sommer ist da natürlich nichts los. Wir fahren auch mal eine Piste hoch und wandern so bisschen rum. Dreitausend Meter, Sonne, 25 Grad.
Höchste Zeit, dass wir aus der Stadt kamen.
Für die Bergfans hier noch ein Video:
 
Und nun das andere Extrem. Von den Bergen fahren wir ca 4 Stunden runter zum Meer, nach Valpariso, genauer nach Vina de la Mar. Aber das ist ja eh inzwischen eins. Und dann noch mal rein in den Pacific. (Den hatten wir schon abgeschrieben, in Südafrika wäre es ja der Indische Ozean gewesen) Huh, der ist hier aber ganz schön kalt. Der Humboldstrom, das Gegenstück zu unserem Golfstrom, bringt hier kaltes Wasser aus der Antarktis. Aber bei Luft 28 Grad macht das nix.
 
Das wars schon für heute. Mal sehen, ob die örtliche Gastronomie hier mehr zu bieten hat, als in der Landeshauptstadt. Auf jeden Fall ist Hochsaison und es sind Massen Menschen hier.
G&A



Samstag, 12. Januar 2013

Tag 74 - Santiago de Chile


Es sind nur zwei Stunden Flug quer über Südamerika und wir sehen uns gegen Ende die Anden von oben an. Abends setzt uns die Boing 777 der Canadian Air in Santiago ab und fliegt nach Toronto weiter. Nach 4 Tagen Santiago und 3 Tagen Lima werden wir nun am Sonntag, den 20.1.13 um 8:05 in Berlin ankommen.
Vormittags gehts mit der Metro in die Stadt, da müssen wir erst mal Stadtpläne besorgen, wir haben ja nichts vorbereitet. Also beginnt der Tag mit einer Pause auf Plazza de Armes.
Santiago ist eine der typischen spanischen Stadtgründungen, wie wir sie schon kennen. Schachbrettgrundriss, Hauptplätze, verbindende Avenidas. Links typische Gebäude am Platz, rechts die Kathetrale, ein Riesenbau. Die sieht innen bayrisch aus, die Innenausstattung stammt von den Jesuiten. Wir laufen die Innenstadt ab und schauen uns die Gebäude an, die wir schon ähnlich oft anderswo sahen.

Nur die Moneda soll man schon erwähnen. Als General Pinochet seinerzeit putschte, ließ er den Regierungspalast bombardieren und dann stürmen. Präsident Allende nahm sich hier das Leben, worauf es in praktisch allen Städten des deutschen Ostens eine Dr.-Salvador-Allende-Straße gab. Hier haben wir keine Spuren von ihm gesehen. Nach paar Stunden haben wir genug von den Steinen und steigen in Ermangelung eines Turmes auf den Hügel San Cristobal. Da steht diesmal nicht der Herr selbst sondern seine Mama drauf. Schön weiß und groß mit segnenden Armen.

Leider ist es recht diesig und das Bild von oben nicht so toll. Die Anden sind nur schemenhaft zu sehen, bei schönen Wetter sieht man, wie nahe an der Stadt sie beginnen. Davon gibts aber genug Postkarten. Auf Gilberts Empfehlung haben wir auch Civiche oder so gegessen, eine Art Matjes mit jeder Menge Zwiebel und 10 Zitronen. Schmeckt ganz gut und liegt schön lange im Magen. Insgesamt bleibt Santiago schon etwas hinter Rio oder Buenos Aires zurück. Es ist einfach nicht so interessant und macht einen zurückgebliebenen Eindruck. Liegt ja auch nicht am Meer...

Mag auch sein, dass es allmählich genug Stadt ist. Also brechen wir mal hier ab, schließlich hat unser feines Hotel einen Pool auf dem Dach und einen Beach gibts ja hier nicht. Bisschen planschen und schönes kaltes Bier in der Sonne, auch nicht schlecht. Eben ist die Bestätigungsmail für das Mietauto gekommen und so werden wir morgen mal die Stadt verlassen. Berge und Küste sind ja nicht weit. Vorher checken wir aber mal das SuterdayNightFever an der Plaza.

Bis Morgen in den Anden also
G&A
 

Freitag, 11. Januar 2013

Tag 73 - von Buenos Aires nach Santiago de Chile

Oh, oh, letzte Woche naht! Nun also, nach einer ganzen Woche verlassen wir Buenos Aires. Diese Stadt mögen wir. Schöne, sehr abwechslungsreiche Bebauung, immer alles voller Menschen, Restaurants, Bars und Shops dicht an dicht. Die alten Colectivo-Busse, die durch die Strassen röhren, immer gebremst von unzähligen kleinen schwarz-gelben Taxis, die bummelnd auf Kundensuche sind. Klar, die vereinheitlichende Globalisierung wirkt auch hier, aber sie ist noch nicht durch. Mc Donalds und die vielen immer gleichen Sachen sind Einsprengsel und dominieren nicht. Es ist eben immer wieder der große Unterschied: Das schöne Klima bewirkt, dass sich ein Großteil des Lebens auf der Straße oder zumindest draußen abspielt. Das macht diese Städte so quirlig. Und die Südländer sind eben nachtaktiver. Selbst die Sirenen der Ambulanzen klingen hier eher wie Flipper-Automaten.
Übrigens sind die argentinischen Männer, zumindest die Portenje, alle Italiener. Spanisch ist nur Tarnung.
Klar, etwas mehr aufpassen muss man hier schon. Es ist nicht alles abgesperrt und gesichert, nicht so perfekt ordentlich. Nicht so deutsch. Schon in Rio musste man immer ein Auge auf der Straße haben. weil die Gehwege so uneben sind. Hier sind überall Löcher und Baustellenüberbleibsel. Mal eben so im Gehen Häuser ansehen oder Stadtplan studieren, das geht nicht lange gut. Und auch beim Radfahren ist es gut, ab und zu mal nach vorn zu sehen, wie man auf dem rechten Bild sieht. Aber sonst könnte man ja auch zu Hause bleiben. Hier zu leben, ist eine andere Frage. Wir sind doch ein wenig an unser organisiertes Leben gewöhnt und ein funktionierendes Staatswesen ist auch keine schlechte Sache. Alles, was hier in öffentlicher Hand ist, funktioniert eben nicht. So stehen die Leute bei allen Ämtern, bei der Post, aber auch bei vielen anderen Gelegenheiten wie Bus, Apotheke und sonstwas in kilometerlangen Schlangen an und warten geduldig, bis die zumeist lahme Bedienung so aus dem Knick kommt. Früher haben Sie wohl immer miteinander geschwatzt. Das machen die Alten noch, die anderen halten alle ihr Smartphone in der Hand.
Ach so, ja, Argentinien: TANGO
Tut mir leid, ist überbewertet. Die Normalbevölkerung hält Tango für ein Freizeitvergnügen nostalgischer Rentner oder eine Verdienstmöglichkeit. In unserer kurzen Zeit hier begegnet uns der Tango außer an dem Abend in La Boca in zwei Formen, Touri-Show und Leistungssport. Und seit ich gelesen habe, dass das Bandeon ausgerechnet aus Deutschland stammt!
Also, sollen sie in Rio den Samba-Popo schwingen oder in Buenos Aires die Damen übers Parket zerren, wir bleiben im Zweifelsfalle beim Tap. Und wenns mal richtig abgehen soll, dann zu der Musik, die uns eine Straßenband in der Florida, Ecke Lavalle zum Abschied spielt.
G&A











Donnerstag, 10. Januar 2013

Tag 72 - immer noch Buenos Aires

Ach schade! Wir waren gerade so schön im Rollen, und jetzt steht der Express. Also die Schwarzen sind gestorben. Für immer. Wir disponieren nun um. Letzte Nacht haben wir auf dem Airport verbracht, um noch irgend einen Flug zu bekommen. Man kommt per Starallianz nur über Lima, Bogota oder Panama hier raus. Nachts spricht Starallianz nur englisch, nicht so einfach per Handy. Alles was ich immer nur höre ist "full booked" und "no seat avialibal". Vor dem 14.1. geht gar nichts. Wir nehmen die nächste Möglichkeit nach Santiago de Chile am 12. und ziehen etwas durch den Wind vormittags ins Hotel zurück. Das Personal macht große Augen.
Plan B sieht so aus: Zuerst nach Santiago de Chile, dann nach Lima in Peru und von dort via New York nach Berlin. Für all den Ärger gönnen wir uns einen zusätzlichen Tag und werden nun am 20.1., allerdings schon gegen 8 einschweben. Heute war genug damit zu tun, die nächste Woche zu organisieren. Wir hatten zwischendurch schon mal mit dem Gedanken gespielt, schon heute mit dem Bus nach Santiago zu fahren, aber die Busse fahren über Nacht und sind so eine Art Schlafwagen. Mit dem Flugticket in der Tasche war uns dann knapp 20 Stunden Schlafbus doch nichts. Nun fliegen wir morgen nachmittag und Günni muss die Anschlussflüge und die Hotels klar machen. Außerdem sind wir auf die Städte Null vorbereitet. Nebenstehen übrigens meine Lektorin Nina Controlletti bei der allabendlichen Bloglesung und Rechtsverschreiberung.
 
Abends ziehen wir noch mal um den Block und verspeisen ein Steak. Das Restaurant um die Ecke ist uns schon aufgefallen. Es brutzeln immer große Fleischstücke am offenen Glutfeuer. Also findet dieser Tag dann doch noch einen versöhnlichen Abschluss. Zumal wir nun total der Aufassung sind, dass zwei südamerikanische Städte sowieso viel besser sind ale eine popelige Garden-Route. Nun ist aber doch die letzte Nacht zu merken und wir gehen heute mal völlig unargentinisch früher schlafen.
Buenas Noches
G&A

Mittwoch, 9. Januar 2013

Tag 71 von Buenos - ja wohin???


Hasta la vista, Buenos Aires, so hatten wir gedacht. Aber erst mal zum heutigen Tag. Wir haben ja noch Zeit bis zum Flieger nach Johannesburg und gehen noch mal in die Stadt. In Almagro gibt es ein tolles altes Cafe, hat Ninas Reiseführerfreundin geschrieben. Wir fahren mit der klapprigen Subte A hin und essen ausgezeichneten Kuchen zu sehr guten Kaffee. Das Haus ist (was sonst) Jugendstil und erinnert fatal an die Wiener Kaffehäuser. Das Kuchenangebot ist umwerfend.
Wir hatten richtig zu tun, nicht zu viel auf den Teller zu laden. Danach war noch einmal eine gute Stunde Shopping Time. Wir sind mal die Florida rauf und runter, gekauft haben wir zwar nix, aber das Kaufhaus Galleria Pacifico war auch so einen Besuch wert.
Dann ab ins Hotel, Kofferpacken und mit dem Shuttle zum Airport. Wir freuen uns schon, das alles so gut klappt, aber irgendwie habe ich ein blödes Gefühl. Schnell nochmal nachgucken: Nein, für Südafrika brauchen wir kein Visum. Als wir dann dran sind, steht da der Mann mit dem Hammer. Man braucht bei Einreise in Südafrika von Brasilien oder Argentinien aus den Nachweis einer Gelbfieberimpfung. Da brauchen wir erst mal paar Minuten um das zu verarbeiten. Die Nachfrage ergibt: No way. Auch die Impfung nachzuholen würde nichts nützen, sie muss 10 Tage alt sein.
Damit ist Südafrika gestorben. Housten, Apollo 13 hat ein Problem.

Nun ist es hier 21:00 Uhr und es ist kein Mensch in Deutschland mehr erreichbar. Computer, Handy und die Köpfe laufen allmahlich heiß. Wir brauchen eine alternative Route nach Hause, und das ist angesichts des verbleibenden Meilenkontigentes und der möglichen Zwischenstopps echt nicht so easy. Ohne Rücksprache mit Starallianz (Fluggesellschaft) wird das nichts und wir werden wohl die Nacht auf dem Flugplatz hängen bleiben. Wenigsten haben wir 4 Stunden Zeitunterschied und können morgen früh gegen Drei gleich loslegen.


Damit wir uns später mal grinsend erinnern können, muss auch diese Sache im Bild festgehalten werden. Ich versuche gerade eine Dame der Staralliance zu veranlassen, den schon an der runway stehenden Flug zu stornieren, damit wir die Meilen nicht verlieren. Kompliment der Lufthansa, die stornieren tatsächlich kostenfrei. Nun steht nur noch die Frage, ob wir in ein anderes Land nach Afrika fliegen oder über die Karibik abschwirren. Wenn ich nur einen verdammten Flug nach Lima kriegen könnte.... So richtig entspannt sehen wir wohl gerade nicht aus, oder?
Also dann doch nochmal Beste Grüße aus Buenos Aires Airport
G&A




Dienstag, 8. Januar 2013

Tag 70 - letzter Tag in BA


Tag 70 - nicht zu glauben. Wir wollen noch nicht nach Hause. 80 Tage nur, das war ja eine glatte Fehlplanung. Viel zu kurz. Sei's drum.
Nun macht auch noch unser Fotoapparat die Grätsche. Erst hatte er eine Wassermacke, dann hat er einen Absturz verübelt und nun zeigt er grundlos einen dunklen Fleck (der neben- stehende negative Heiligenschein). Aber da müssen wir jetzt mit durch.  Heute trödeln wir noch bisschen in der Stadt rum. Als erstes gehen wir zum alten Hafen. Der ist außer Betrieb, mit Wohnungen und Gaststätten umgeben und sieht so aus, wie alle Häfen außer Betrieb mit Gastronomie überall eben so aussehen.. Eigentlich ist es ja der neuere Hafen, beim ganz alten waren wir gestern in La Boca. Der wurde durch diesen 1880 abgelöst, aber nur 10 Jahre später waren die Schiffe für die künstlichen Becken zu groß und ein neuer musste her.
Es sind 5 große Becken, vielleicht 600 x 200 m und wir wandern einmal rundherum. Wir schauen uns noch das Museumsschiff an, eine 1887 gebaute Fregatte, ein Segelschulschiff mit zusätzlicher Dampfmaschine. Alles noch orginal da und wirklich interessant. Dann fahren wir mit dem Bus nach Rigoleta. Wir hatte da gestern auf einem Hotel eine Terrasse gesehen. Also Nina rein in das Hotel, tut so, als ob sie schon Jahre hier wohnt, in den Aufzug und obersten Knopf gedrückt. Ich bin ja bei sowas eher der Bedenkenträger und schleiche hinterher. Wir landen auch richtig in der SPA am Pool mang anderen im Bademantel. Die Terasse gehört zum Ruheraum. Die Aussicht ist genial und hier auch ein Foto von der Stadt der Engel von oben. Danach drehen wir eine Runde durch das Viertel. Es ist um die Jahrhundertwende entstanden, als die reichen und Schönen vor der Gelbfieberepidemie aus San Telmo nach Norden flohen. Man baute da nicht mehr kolonial sondern im angesagten Pariser Stil.
Im Zentrum ist der Plaza de Francia mit riesigen Magnolienbäumen.Wir wollen eigentlich noch die MALBA ansehen, einen Museumsneubau für latainamerikanische Kunst. Aber dann bleiben wir doch auf der Plaza in der Sonne hängen. Da müssen wir wohl nochmal wieder kommen mit mehr Zeit für Kunst und Kulur. Aber wer will denn bei 30 Grad und Sonne in die olle Kunsthalle. Wir gehen zu Fuß zurück zum Hotel und genießen das Großstadtflair. Das werden wir in unserem Dorf vermissen. Einfach mal an den Rand der Avenida ein Bier in einer Bar trinken, mit dem Kellner spanisch/englisch radebrechen, etwas Kleines bestellen und gespannt sein, was da wohl kommt. Schön rumsitzen und all die Leute begucken, die da vorbeirauschen. Ach ja.
G&A







Montag, 7. Januar 2013

Tag 69 - Zweiter Bike- Tag in BA

Wir haben unsere Räder für zwei Tage. Also hat meine Nina aus ihrem Reiseführe für heute paar Einzelziele rausgesucht, die wir am besten per Rad erreichen. Ich sage "ihren" Reiseführer, meiner ist es nicht. Der ist mir zu feminin. Hat eine Frau geschrieben. Nina sagt zwar, ich spinne. Aber da steht drin, dass einen der Bus "blitzgeschwind" irgendwo hin bringt. Oder das sich irgendwas "ungeheuer reizend" im Wasser spiegelt. Und dass man da "stöbern" kann. Also nicht meins eben.
Als erstes geht es nochmal Richtung Rigoleta, zum Hippodrom.
 Unterwegs gibt es im Park eine riesige Blume aus Edelstahl zu sehen. Das Ding richtet sich computergenau nach der Sonne und schließt nachts die Blätter. Die Blütenstängel sind beleuchtet.
Moderne Kunst. Am Hippodrom ist leider nichts los, wohl erst heute Abend. Schade, ich hätte gern mal paar Peso riskiert, wie es wohl alle Lateinamerikaner leidenschaftlich gern tun. Dann zurück und - erst mal ein plattes Vorderrad an meiner High Tech Straßenrennmaschine.
Wenigstens ist die zweite Radstation nicht weit und ich kann umtauschen.
Nun fahren wir nach Palermo. Dies ist ein relativ junges Viertel in BA, kein Tourismus. Botanischen Garten heißt der Programmpunkt. Typischerweise schnuppert Nina die Blumen und Günni krebst am Gewächshaus rum. Jugendstil.

Den Garten hat Carlos Thays angelegt. So etwas dauert natürlich. Also hat er als erstes mal eine schöne Villa gebaut und ist mit seiner Familie da reingezogen .Dann hat er getan und gemacht und gesät und gepflanzt und hätte die Stadt nach sieben Jahren Bauzeit nicht den Park eröffnet, hätte der wackere Mann wohl noch paar Jahre mehr kostengünstig in der Baustelleneinrichtung logiert. Überhaupt dauert alle Bauerei wohl immer ziemlich lange. Für Ihre Mainstreet, die superbreite Avenida de 9. Julio, haben sie 100 Jahre gebraucht.
Wobei zur Ehrenrettung gesagt werden muss, dass man für solche Infrastrukturprojekte immer ganze Häuserreihen, im Falle der Avenida auf 4 km eine komplette Blockreihe gewachsener Stadtlandschaft, abreißen musste. Heute wohl schlecht vorstellbar. Bezeichnender Weise wurde das auch immer nur zu Zeiten einer Diktatur gemacht.

Unser letztes Ziel ist La Boca, das alte Havenviertel. Das liegt wieder am anderen Ende der Stadt und wir fahren mal ein Stück die Av Santa Fe rüber und dann die Corrientes runter, beides sehr belebte Straßen. Inzwischen haben wir südamerikanischen Straßenverkehr intus und es macht sogar Spaß, sich durch den Verkehr zu wühlen. La Boca ist recht ärmlich und heruntergekommen. Aktive Leute haben in Caminito (kleine Straße) einen Markt und ein Kunstzentrum geschaffen, um die Gegend zu beleben und den Einwohnern zu helfen. Inzwischen ist das wiederum verkommen, diesmal zum Touri-Kitsch-Basar.
Da gehen wir erst gar nicht rein und fahren um die Ecke zu unserem letztes Etappenziel, einer alten Brücke an der Hafeneinfahrt. Das interessante daran ist die Konstruktion, die die Schiffspassage erlauben musste. Am oberen Träger hängt eine Art Wagen, eine Plattform, die hin und her fuhr und so die Dinge übersetzte. Das rote Ding dahinter ist eine Hubbrücke für die Autobahn, heute alles außer Betrieb.Wir geben unsere Räder ab und laufen (!) durch die ganze Innenstadt zum Hotel.
Es reicht dann auch für heute.
G&A